Ganztagesschule – Information für 2027
Präsentation des Informationsabends am 22.07.2026
Podcast zum Thema Ganztagsschule: Ganztag neu denken / Anna-Maria Seemann
Einführung der gebundenen Ganztagsschule in Au am Rhein
Gemeinsam Verantwortung für die Schule von morgen übernehmen
Die Einführung der Ganztagsschule ist eine der bedeutendsten Entwicklungen unserer Schule in den vergangenen Jahren. Sie betrifft Kinder, Eltern, Lehrkräfte und den Schulträger gleichermaßen und wird deshalb verständlicherweise intensiv diskutiert.
Wir begrüßen diese Diskussion ausdrücklich. Sie zeigt, dass allen Beteiligten das Wohl unserer Kinder am Herzen liegt.
Gleichzeitig sehen wir es als Aufgabe der Schule, Entscheidungen nicht allein unter organisatorischen Gesichtspunkten oder individuellen Bedürfnissen einzelner Familien zu treffen, sondern insbesondere danach, welche Rahmenbedingungen den Kindern die besten Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen.
Ein mehrjähriger Schulentwicklungsprozess
Die Entscheidung für die Einführung einer gebundenen Ganztagsschule wurde nicht kurzfristig getroffen.
Bereits seit dem Jahr 2023 beschäftigt sich das Kollegium intensiv mit der Weiterentwicklung unserer Schule.
Dieser Prozess wurde pädagogisch begleitet und umfasste
- Hospitationen an bestehenden Ganztagsschulen,
- pädagogische Beratung,
- gemeinsame Fortbildungen,
- intensive Beratungen innerhalb des Kollegiums sowie
- die Entwicklung eines auf unsere Schule abgestimmten Ganztagskonzeptes.
Nach diesem mehrjährigen Entwicklungsprozess hat sich das Kollegium für die Einführung einer gebundenen Ganztagsschule ausgesprochen.
Diese Entscheidung basiert auf pädagogischen Überlegungen und der gemeinsamen Überzeugung, dass dieses Modell den Kindern unserer Schule die besten Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Unser Blick richtet sich auf die Qualität der Bildungszeit
Bereits heute verbringt ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler den Nachmittag an der Schule.
Je nach Wochentag nutzen bereits heute zwischen 70 und 80 Prozent der Kinder die freiwilligen Betreuungsangebote bis 14.00 Uhr beziehungsweise 15.00 Uhr.
Dieses Angebot erfüllt derzeit in erster Linie einen Betreuungsauftrag.
Pädagogisch strukturierte Lernzeiten, individuelle Förderung, projektorientiertes Arbeiten oder eine rhythmisierte Gestaltung des Schultages sind innerhalb dieses Betreuungsangebotes nur eingeschränkt möglich.
Die Einführung der gebundenen Ganztagsschule bedeutet deshalb für unsere Schule nicht in erster Linie eine Verlängerung der Anwesenheitszeit.
Sie bedeutet vielmehr eine qualitative Weiterentwicklung der Zeit, die viele Kinder bereits heute an unserer Schule verbringen.
Unser Ziel ist es, aus Betreuungszeit Bildungszeit zu machen.
Warum eine gebundene Ganztagsschule?
Die gebundene Ganztagsschule ermöglicht einen rhythmisierten Schultag.
Unterricht, Lernzeiten, Bewegung, kreative Angebote, gemeinsames Mittagessen und Erholungsphasen können sinnvoll über den Tag verteilt werden.
Dadurch entstehen mehr Zeit und bessere Möglichkeiten für
- individuelle Förderung,
- soziales Lernen,
- Projektarbeit,
- musisch-kreative Angebote,
- Bewegung und Gesundheit sowie
- gemeinsames Lernen ohne Zeitdruck.
Gerade Grundschulkinder profitieren von einem Wechsel zwischen Konzentration, Bewegung und Erholung.
Familienfreundlichkeit und Bildungsqualität
Wir wissen, dass Familien unterschiedliche Lebenssituationen haben.
Diese unterschiedlichen Bedürfnisse nehmen wir ernst.
Gleichzeitig ist es Aufgabe der Schule, ein pädagogisches Gesamtkonzept für alle Kinder zu entwickeln.
Schulentwicklung bedeutet deshalb nicht ausschließlich, ein möglichst flexibles Betreuungsmodell anzubieten.
Sie bedeutet vor allem, Verantwortung für gute Bildung, gelingendes Lernen und Chancengerechtigkeit zu übernehmen.
Unser Ziel ist es, Familienfreundlichkeit und pädagogische Qualität bestmöglich miteinander zu verbinden.
Gemeinsam den weiteren Weg gestalten
Auch künftig werden wir den Dialog mit Eltern offen und transparent führen.
Die gebundene Ganztagsschule verstehen wir als Chance, Schule als Lebens- und Lernort weiterzuentwickeln und Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre persönliche und schulische Entwicklung zu bieten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum hat sich die Schule für die gebundene Ganztagsschule entschieden?
Die Entscheidung ist das Ergebnis eines mehrjährigen Schulentwicklungsprozesses, der bereits 2023 begonnen hat. Das Kollegium hat sich intensiv mit verschiedenen Ganztagsmodellen beschäftigt, andere Schulen besucht und pädagogische Konzepte verglichen. Am Ende dieses Prozesses wurde die gebundene Ganztagsschule als das pädagogisch überzeugendste Modell für unsere Schule bewertet.
Warum wurde nicht die Wahlform gewählt?
Beide Organisationsformen sind gesetzlich vorgesehen und anerkannt.
Das Kollegium hat geprüft, welche Form die schulischen Ziele am besten unterstützt.
Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die gebundene Ganztagsschule einen gemeinsamen Tagesrhythmus für alle Kinder ermöglicht. Dadurch können Unterricht, Lernzeiten, Förderangebote, Bewegung und Projekte besser miteinander verzahnt werden.
Ist Rhythmisierung nicht auch in der Wahlform möglich?
Einzelne Elemente sind auch dort möglich.
Eine durchgängige pädagogische Rhythmisierung gelingt jedoch dann am besten, wenn alle Kinder gemeinsam am Schultag teilnehmen.
Nur so können Unterricht und Ganztagsangebote als ein gemeinsames pädagogisches Konzept geplant werden.
Warum entscheidet sich die Schule nicht für die größtmögliche Flexibilität?
Die Schule versteht den Wunsch einiger Familien nach Flexibilität.
Ihre Aufgabe besteht jedoch darin, das pädagogisch sinnvollste Bildungsangebot für alle Kinder zu entwickeln.
Die Entscheidung orientiert sich deshalb in erster Linie am Bildungsauftrag der Schule und nicht ausschließlich an unterschiedlichen Betreuungswünschen.
Besteht überhaupt Bedarf an einer Ganztagsschule?
Ja.
Bereits heute nutzen je nach Wochentag zwischen 70 und 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler die freiwilligen Betreuungsangebote bis 14.00 Uhr beziehungsweise 15.00 Uhr.
Dies zeigt, dass viele Familien bereits jetzt einen längeren Aufenthalt ihrer Kinder an der Schule wünschen oder benötigen.
Mit der gebundenen Ganztagsschule wird diese Zeit pädagogisch deutlich aufgewertet.
Ist die gebundene Ganztagsschule nur eine längere Betreuung?
Nein.
Der Unterschied liegt gerade darin, dass Betreuung, Unterricht und Förderung nicht mehr voneinander getrennt sind.
Die zusätzliche Zeit wird als Bildungszeit gestaltet.
Lernzeiten, individuelle Förderung, Projekte, Bewegung und gemeinsames Lernen werden Teil des pädagogischen Gesamtkonzeptes.
Werden die Anliegen der Eltern berücksichtigt?
Ja.
Der Schulträger steht im regelmäßigen Austausch mit den Eltern und der Schule.
Die Rückmeldungen der Eltern werden ernst genommen und fließen in die konkrete Ausgestaltung des Ganztagskonzeptes ein.
Gleichzeitig trägt die Schule die Verantwortung dafür, ein pädagogisch tragfähiges Gesamtkonzept für alle Kinder zu entwickeln.
Wie wurde die Entscheidung getroffen?
Die pädagogische Entscheidung wurde vom Kollegium nach einem mehrjährigen Schulentwicklungsprozess getroffen.
Im Anschluss daran wurden auch die Eltern beteiligt. Die Interessenabfrage zeigte eine hohe Bereitschaft vieler Familien, das vorgestellte Konzept einer gebundenen Ganztagsschule anzunehmen.
