Hochwasseralarmplan

Hochwasseralarmplan der Gemeinde Au am Rhein

Für die Gemeinde Au am Rhein ist eine Dienstanweisung im Rahmen des allgemeinen Alarm- und Gefahrenabwehrplans für den Arbeitsstab Gefahrenabwehr formuliert. Dabei sind Entscheidungsbefugnisse mit den entsprechenden Aufgabenzuteilungen geregelt.
 
Der Arbeitsstab Gefahrenabwehr der Gemeinde Au am Rhein ist im Rathaus, Hauptstraße 5, untergebracht. Unter Umständen kann auch der Arbeitsstab im Feuerwehrhaus in der Rheinstraße eingerichtet werden. Die Aufgaben des Stabes sind Vorbereitung, Abstimmung und Treffen von Entscheidungen, Anordnungen zum Vollzug von Entscheidungen, Kontrolle des Vollzugs, die Beratung der beteiligten Behörden, Unterrichtung der Behörden und der Öffentlichkeit, Vorbereitung und Anordnung der Verwaltungsmaßnahmen, die notwendig sind und die organisatorische Oberleitung des Einsatzes mit Hilfsdiensten wie Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, THW usw.
 
Die verschiedenen Stabsbereiche sind geregelt in Stabsleiter, allgemeine Verwaltung, innere Information, Öffentlichkeitsarbeit, Gefahrenabwehr und Fachberater. Damit ist gewährleistet, dass eine klare Gliederung der Zuständigkeiten gegeben ist. Im Rahmen dieser Planung besteht noch eine Handlungsanweisung für den Hochwasseralarm bei der Gemeinde Au am Rhein, wo bei gewissen Ereignissen Aufgabenstellung und Maßnahmen bereits angedacht sind.
 
Durch die Hochwassermeldezentrale verfügt die Gemeinde Au am Rhein über sehr gute Hochwasserprognosen. Dies hilft ganz wesentlich in der Einschätzung einer möglichen Hochwassergefahr. Deshalb ist zunächst einmal zu überlegen, welche Gefahrenlagen zu erwarten sind. Es gibt immer verschiedene Ansätze, die hier zur Anwendung kommen. Einmal wäre es ein denkbares Überströmen des Dammes bei einem mehr als 200-/300-jährlichen Hochwasserereignisses. Hier würde rechtzeitig die notwendige Evakuierung der Gemeinde eingeleitet werden, da in der Gemeinde bekannt ist, dass gerade die Kreisstraße K3721, die als einziger Fluchtweg zur Verfügung steht, sehr früh im Bereich des Gießengrabens überströmt ist. Insoweit ist die Gemeinde gehalten, bei Extremereignissen rechtzeitig zu evakuieren.
 
Eine weitere Überlegung ist das Szenario eines Dammbruches, ob an der Murg oder am Rhein. Auch hier gibt es verschiedene Szenarien, die dazu führen, dass gewisse Handlungsanweisungen in der Gemeinde gegeben werden.
 
Beispielsweise ist bei einem Murgdammbruch bei Steinmauern nicht die gesamte Gemeinde von dem Hochwasser betroffen. Es sind nur Gemeindeteile, die dann entsprechend evakuiert werden müssten. Negativ hierbei ist die Feststellung, dass die K3721 auch in diesem Bereich in der Tieflage sehr früh überströmt ist. Dies hat zur Folge, dass auch hier rechtzeitig, gerade die älteren, jüngeren und kranken Menschen evakuiert werden müssen.
 
Mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Feuerwehr und den anderen Hilfskräften des Landkreises ist sicher eine Teilevakuierung der Gemeinde bei rechtzeitiger Vorplanung möglich. Entsprechende Planungsstudien für eine Evakuierung liegen beim Deutschen Roten Kreuz vor.
 
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Es ist angedacht, dass sich ab gewissen Pegelständen, Pegel Maxau 7,50 m, der Planungsstab trifft. Ab Pegel Maxau 8,00 m werden regelmäßig Dammbegehungen im Abstand von 4 Stunden durch die Wasserwehr (Feuerwehr) vorgenommen. Sollte es sich zeigen, dass ein schnell wachsendes Hochwasser zu erwarten ist, werden diese Dammbegehungen alle 2 Stunden durchgeführt. Ebenso ist ab Pegel Maxau 8,00 m steigend eine Arbeitsbesprechung einzuberufen, um bereits im Vorfeld notwendige Sicherungs- und Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
 
Bei Pegel Maxau 8,30 m ist angeordnet, dass die entsprechenden Gerätschaften, die unter Umständen für eine Reparatur eines Dammabschnittes oder auch zur Sicherung von Quelltrichtern erforderlich sind, bereit gestellt werden. Es handelt sich hierbei um Sandsäcke, Sand, Radlader und Bagger, Filtervlies und Flussbausteine, ebenso das Verladen von Dielen zur Schließung der Dammscharte bei der K3724 sowie die Absperrung des Ortsausgangs K3724, um einfach den Einsatzkräften eine ungehinderte Zufahrt zu den entsprechenden Dammabschnitten zu sichern. Auch ist die Koordinierung mit dem Landkreis wegen der landkreiseigenen Sandsackfüllanlage in Bietigheim erforderlich. Ebenso müssen auch Schubkarren und andere Gerätschaften bereitgestellt werden, um Transporte zu gewährleisten.
 
Probleme bestehen noch in der Erreichbarkeit möglicher Sanierungsstellen am Damm. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass der Dammverteidigungsweg an der gesamten Dammstrecke gebaut wird, um dort die entsprechenden Hilfsmittel transportieren zu können.
 
Die Alarmierung der Bevölkerung erfolgt über Sirenen, Glockengeläut und durch Lautsprecherdurchsagen der Freiwilligen Feuerwehr Au am Rhein und auch durch entsprechende Durchsagen über Rundfunk. Deshalb sind alle aufgerufen, hier verstärkt die Meldungen im Rundfunk aber auch im Internet zu verfolgen.
 
Sicher ist, dass bei einem plötzlichen Dammversagen der Gemeinde nur wenig Zeit bleibt, um notwendige Evakuierungsmaßnahmen durchzuführen. Insoweit ist bei gewissen Risikolagen die Gemeinde gehalten, sehr früh mit den Evakuierungsüberlegungen zu beginnen.
 
Gleichzeitig sollte man sich auch bewusst machen, dass durch ein derartiges Ereignis eine träg fließende Wassermasse über die Gemeindefläche verströmt. Sie dürfte jedoch in keiner Weise als reißender Fluss wahrgenommen werden, so dass allenfalls ein Sachschaden entstehen kann. Bei richtigem Verhalten kann eine Gefahr für Leib und Leben sicher vermieden werden. Hierzu dienen auch die Hinweise, die in den interessanten Bausteinen nachfolgend gegeben sind.
 
Zum Schluss noch ein Hinweis, dass bei einem derartigen Schadensfalle alle gesunden Einwohner verpflichtet sind, im Rahmen der Wasserwehr Dienst für die Allgemeinheit zu leisten. Auch hier ist die Solidarität gefragt.

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