Hochwasserschutz

Hochwasserschutz

Hochwasserschutz am Rhein

 

 

Der Ausbau des Rheines für die Schifffahrt, aber auch die Nutzung der Wasserkraft bis hin zur Staustufe Iffezheim, hat für die Unterlieger ab der Staustufe Iffezheim gravierende Folgen mit sich gebracht. Die Hochwasserwellen 1986 bis 1988 haben gezeigt, dass gerade der Bereich ab der Staustufe Iffezheim unterhalb nur noch gegen ein ca. 50-jährliches Hochwasser geschützt ist. Dabei ist zugesichert, den gleichen Hochwasserschutz den Unterliegern ab der Staustufe Iffezheim zu gewähren, wie er vor dem Ausbau des Rheins mit den Staustufen, beispielsweise auch zur Schiffbarmachung und zur Nutzung der Wasserkraft, vorhanden war. Dies war der sog. 200-jährliche Hochwasserschutz. Deshalb hat sich eine Interessensgemeinschaft der Unterlieger ab der Staustufe Iffezheim mit der Stadt Rastatt, Gemeinde Iffezheim, Gemeinde Steinmauern, Gemeinde Elchesheim-Illingen, Gemeinde Au am Rhein und inzwischen auch mit der Stadt Rheinstetten gebildet. Ziel war es eine abgestimmte Vorgehensweise in diesen Fragen vorzunehmen, um auch stärker die Belange des Hochwasserschutzes nach außen hin vertreten zu können.

 

Es zeigte sich, dass die früheren Konzeptionen zum Hochwasserschutz, wie sie 1982 in der deutsch-französischen Vereinbarung über den Ausbau des Rheines formuliert wurden, so nicht umgesetzt werden können. Das Land Baden-Württemberg hat dann nach eingehenden Diskussionen das sog. Integrierte Rheinprogramm beschlossen mit dem Ziel, ein Rahmenkonzept zu entwickeln, auf dessen Grundlage die erforderlichen Rückhalteräume umweltverträglich hergestellt werden können. In den Jahren 1983 und 1988 wurden dann Untersuchungen über eine umweltverträgliche Hochwasserschutzkonzeption durchgeführt und 1996 kam die Zustimmung der Landesregierung zu dem Rahmenkonzept des Integrierten Rheinprogramms, welche 13 Rückhalteräume als grundsätzlich für geeignet bezeichnet hat. Das Rückhaltevolumen von 167 Millionen Kubikmeter wurde ermittelt und damals war eine Kostenschätzung gegeben, die bei einer Größenordnung von 600 Millionen € lag. Interessanter Weise war das Schadenspotential ohne Rückhaltung im Raum Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen bei einem sog. 200-jährlichen Hochwasser beim ca. 10-fachen anzusiedeln.

 

Nach wie vor ist das Land Baden-Württemberg in der Umsetzung des Integrierten Rheinprogramms in Verzug. Dies ist einmal dem Widerstand bei den geplanten Poldermaßnahmen zuzurechnen, aber auch der sehr schwierigen Problematik, dass Hochwasserschutz und Naturschutz in Einklang zu bringen sind. Sehr oft werden dann die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen als Argument gegen den Hochwasserschutz von den Betroffenen verwendet.

 

Dennoch ist festzustellen, dass doch durch Teilbereiche des Integrierten Rheinprogramms auch schon Verbesserungen festgestellt werden können. Ausgehend von einem sog. 50-jährigen Hochwasserschutz 1985, können wir heute nach verschiedenen fertig gestellten Maßnahmen, auch dem Polder Söllingen-Greffern, feststellen, dass ein ca. 125-jähriger Hochwasserschutz nun endlich erreicht ist.

 

Auch die Entkiesung des 90-m-Steifens Breisach-Weil ist eine der 13 erforderlichen Retentionsmaßnahmen, die ganz wesentlich Retentionsflächen für unseren Raum erbringen, wie auch die Maßnahmen im Bereich Breisach-Weisweil-Wyhl. Hier ist jedoch zum Teil noch kein rechtverbindliches Baurecht vorhanden, da Rechtsstreite noch anstehen.

 

Derzeit ist das Regierungspräsidium Karlsruhe dabei die Poldermaßnahme Rappenwört-Bellenkopf ins Verfahren zu bringen nach einer sehr langen Vorplanungsphase. Auch hier ist zu hoffen, dass diese Poldermaßnahme zügig umgesetzt werden kann, da sie auch einen ganz wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz im Raum Mannheim-Ludwigshafen leistet.

 

Die Interessensgemeinschaft Hochwasserschutz fordert jedoch gerade in dem Wissen, dass es noch viele Jahre, unter Umständen Jahrzehnte, andauern wird, bis die ganzen Maßnahmen des Integrierten Rheinprogramms umgesetzt sind, dass auch der technische Hochwasserschutz vor Ort mit Dammsanierung vorrangig realisiert wird. Es ist notwendig die Dämme zu überprüfen, sie zu verbessern, ggfls. zu erhöhen und vor allem auch mit einem Dammverteidigungsweg zu versehen, damit gerade beim möglichen Schadensfall auch ein Betriebsweg zur Andienung der Hilfsmaterialien vorhanden ist.

 

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Deshalb muss Dammstabilität vorrangig umgesetzt werden, solange das Integrierte Rheinprogramm mit seiner Vielzahl der einzelnen Projekte nicht realisiert ist. Die Meldung vom Baden-Württembergischen Umweltministerium vom 14.02.2011, wurde mit Sorge aus Auer Sicht zur Kenntnis genommen, da die frühere Umweltministerin Tanja Gönner dargelegt hat, dass nicht zuletzt wegen der vielen Einwände und Klagen die Umsetzung des Integrierten Rheinprogramms, mit einem Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde €, länger dauern würde als geplant war. Nach den ursprünglichen Planungen sollte das Programm bis 2017 umgesetzt sein. Es ist zu befürchten, dass es sich nun doch noch bis 2028 hinzieht.

In Kenntnis dieser Sachlage ist es deshalb für die rheinanliegenden Gemeinden unterhalb der Staustufe Iffezheim im Besonderen geboten sich mit Fragen des Hochwasserschutzes und deren Folgen verstärkt auseinanderzusetzen. Die Gemeinde Au am Rhein hat deshalb einen Arbeitskreis Notfallvorsorge gegründet und versucht über diesen Arbeitskreis Informationen in die Bevölkerung hineinzutragen, wie ggfls. man sinnvoll sich bei einem Katastrophenfall verhalten soll. Was kann im Vorfeld getätigt werden, wo können technische Einrichtungen eine Hilfe darstellen, und welche möglichen Schäden oder auch Hochwasserereignisse könnten eintreten.

 

Auch hat die Gemeinde aktiv mitgewirkt bei dem sog. Flutinformations- und Warnsystem „FLIWAS“, welches zur Unterstützung der Kommunen und der zuständigen Behörden bei der Vorbereitung auf den Hochwasserfall und für die Gefahrenabwehr während des Hochwasserfalls eine Hilfestellung und eine Arbeitshilfe darstellt. Ziel ist es mit diesem Programm ein Hochwasserrisikomanegment zu entwickeln, um ein Hochwasserereignis sowohl im Vorfeld präventiv, als auch während seines Auftretens und im Anschluss daran natürlich auch bewältigen zu können. Im Mittelpunkt stehen die technischen Hochwasserschutzmaßnahmen, die Maßnahmen des Flächenmanegments und Maßnahmen der Hochwasservorsorge. Deshalb ist es wichtig, sich bereits sehr früh mit möglichen Gefahrenpotentialen zu beschäftigen und zu überlegen, was kann im Einzelnen geschehen, so dass man sehr früh mit sog. Überschwemmungskarten darstellen kann, wo besondere Risikobereiche gegeben sind. Darauf aufbauend müssen dann entsprechende Alarmpläne erarbeitet werden, wie sie bei der Gemeinde Au am Rhen vorliegen. Darüber hinaus ist es wichtig die Bevölkerung über die Gefahren zu informieren und sie natürlich auch dazu zu bewegen, aktive Beiträge zum Hochwasserschutz zu leisten.

 

Dies kann einmal dadurch entstehen, dass sowohl an den Gebäuden und an den Installationen ein derartiges Ereignis früh genug in der Planung berücksichtigt wird. Es ist sicher sinnvoll wichtige Versorgungseinrichtungen eben nicht im Keller, sondern in einer Ebene oberhalb eines möglichen Hochwasserereignisses zu installieren und zu errichten. Somit können in der Folge einer Hochwasserkatastrophe zumindest die Sachschäden minimiert werden.

 

Darüber hinaus ist ganz sicher die Erkenntnis interessant, dass bei einem möglichen Deichversagen kein reißender Fluss, sondern eine träg fließende Wassermasse zu befürchten ist. Es sind vorrangig Gefahren für Sachwerte zu befürchten, aber keine Gefahr für Leib und Leben, wenn man sich rechzeitig mit der notwenigen Sorgfalt auf diese Situation vorbereitet.

 

Der Arbeitskreis Notfallvorsorge hat deshalb Bausteine entwickelt, die immer wieder auch im Gemeindeanzeiger veröffentlicht werden, die Hilfestellungen geben, wo ggfls. wichtige Informationen und Hinweise gefunden werden können.

 

Es gilt sicher nicht der Satz: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Dennoch ist eine rechtzeitige Hochwasservorsorge Grundlage für ein gutes und auch sicheres Leben in der Nähe eines großen Flusses. Ein naturnahes Wohnen bei den schönen Rheinauen (Badischer Urwald) ist eine besondere Lebensqualität, zumal durch die KABS die Schnaken diese Qualität nicht mehr stören können. Beachten Sie die nachstehenden Hinweise, sie helfen uns alle den Notfall besser zu bewältigen.

Hochwasser - Informationsquellen

Hochwasser - Eigenvorsorge

Hochwasser - Schadensbegrenzung

Hochwasser - Öffentliche Hilfe

Hochwasser - Nach einer Überschwemmung

 

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