Geschichte

Geschichte

Geschichte der Gemeinde Au am Rhein


In einer der ersten amtlichen Gebietsbeschreibungen des Großherzogtums Baden aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts wird Au am Rhein wie folgt beschrieben:

Fahrdorf, drei Stunden nördlich vom Amtsort Rastatt entfernt, liegt nicht weit vom Rhein entfernt in einer Niederung, die ehemals ein Rheinarm umfloss......

Au am Rhein also ist die nördlichste Gemeinde des Landkreises Rastatt. Seine Gemarkungsgrenze nach Rheinstetten-Neuburgweier ist gleichzeitig auch die Kreisgrenze zum Landkreis Karlsruhe und im Westen bildet der Rhein die Grenze der Bundesrepublik Deutschland mit Frankreich. Auf unserer Auer Gemarkung bei Rheinkilometer 352 verlässt der Rhein das internationale Gewässer und bildet fortan den deutschen Rheinstrom. Au am Rhein liegt also im Dreiländereck: Baden, Elsass und Pfalz.

Die erste urkundliche Erwähnung unserer Gemeinde stammt aus dem Jahre 819. Damals wurde die Gemeinde Au am Rhein dem Kloster Weissenburg vermacht. Dabei wurde die mittellateinische Schreibweise als Augia gewählt. In späteren Jahren wurde dieser Name in die althochdeutsche bzw. mittelhochdeutsche Sprache umgesetzt und beispielsweise ab Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Gemeinde „Auwe“ genannt.

Die Geschichte der Gemeinde ist natürlich ganz wesentlich mit dem Rheinstrom verbunden. Es war ein stetes Ringen um das Überleben in der Rheinniederung. Der Rhein war jedoch nicht nur Fluch, sondern auch Segen für die Gemeinde, der durch seine Sedimentationen auch viele Nährstoffe in die Rheinauenwälder einbrachte, so dass hier sehr gute Wuchsbedingungen gegeben waren. Land-, Forstwirtschaft und Fischerei waren wesentliche Erwerbszweige unserer Gemeinde in ihrer Geschichte. Gerade die Fischerei hatte hier eine große Tradition.

Die forstlichen Erzeugnisse führten dazu, dass verstärkt handwerkliche Traditionsberufe wie Korbflechter oder Holzschuhmacher in unserer Gemeinde angesiedelt waren. Später kam noch die Goldwäscherei hinzu, die nur kurzzeitig einen gewissen Höhepunkt hatte.

Die Rheinkorrektur von Tulla hat natürlich ganz wesentlich das Erscheinungsbild unserer Gemarkung verändert. Flächen wurden trockengelegt und Altrheinarme waren nicht mehr mit dem Hauptstrom verbunden. Dies führte natürlich dazu, dass auch in vielen Bereichen dann verstärkt Landwirtschaft möglich wurde.
 

Heute ist Au am Rhein eine Wohngemeinde in einer herrlichen Rheinauenlandschaft, dem sogenannten „Badischen Urwald“. Die Forstwirtschaft in der Rheinaue stellte viele Jahre eine wirtschaftliche Einnahme für die Gemeinde dar.

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Durch Orkan Lothar am 25. Dezember 1999 wurde jedoch der Baumbestand so stark geschädigt, dass in den kommenden 10 bis 15 Jahren mit finanziellen Erlösen aus der Waldwirtschaft nicht mehr zu rechnen sein wird. Da jedoch die Gemeinde Au am Rhein auf Kiesförderung zugunsten der Waldnutzung verzichtet hat, war es selbstverständlich, die ca. 125 ha große Blösefläche nach diesem Sturm wieder aufzuforsten, damit nachfolgende Generationen wieder aus dieser Tradition heraus wirtschaftliche Erlöse erzielen können.

Der bebaute Ortsbereich der Gemeinde Au am Rhein wird als ein „klassiches Haufendorf“ bezeichnet. Begründet wird dies damit, dass früher die Gemeinde ein Lager- und Sammelplatz an dem wichtigen Rheinübergang der Lauterburger Fähre dargestellt hat. Darüber hinaus war früher die Gemeinde von Herrenhöfen geprägt, um welche sich dann die einfachen Bauernhäuser scharten.

Vereinzelt sind in Au am Rhein noch sehr schöne Fachwerkgebäude vorhanden. Leider sind jedoch durch die Weltkriege und durch Bautätigkeiten der 60iger und 70iger Jahre viele schöne Fachwerkgebäude verschwunden. Besonders erwähnenswert ist die „Pfarrkirche St. Andreas“, welche Glasfenster und Ausmalungen von Prof. Emil Wachter ausweist.

Ein pulsierendes Vereinsleben gehört traditionell zu unserer Gemeinde. Die Jugendarbeit in den Vereinen besitzt einen hohen Stellenwert, so dass Kinder und Jugendliche in der Freizeit sinnvolle Beschäftigungen finden.

Kindergarten und Grundschule befinden sich im Ort. Die Werkrealschule ist in Kooperation mit der Nachbargemeinde Durmersheim in der Klasse 5 - 7 in Au am Rhein, ab Klasse 8 in Durmersheim beheimatet. Weiterführende Schulen, wie Realschule und Gymnasium, sind ebenso in Durmersheim angesiedelt.

Durch ein vertaktetes Bussystem (in der Stunde 2 Verbindungen) sind wir an die Stadtbahn S4, S41 über Durmersheim, Bahnhof, angeschlossen. Auch ist inzwischen eine Rad- und Autofähre auf Auer Gemarkung nach Neuburg vorhanden und zwar die Fähre Neuburgweier-Neuburg, die über unsere Nachbarstadt Rheinstetten-Neuburgweier anzufahren ist. Gemarkungsgemeinde jedoch dieser Fähre und des Zollhauses ist die Gemeinde Au am Rhein.

Der Pamina Radwanderweg führt auf den Hochwasserdamm unserer Gemeinde. Im März 2012 wird hier noch der PAMINA Pilgerweg eröffnet, der auch Stationen des Wirkens von Prof. Emil Wachter beinhaltet. Er beginnt am Kloster in Bickesheim, führt über Rheinstetten-Neuburgweier / Au am Rhein / Würmersheim wieder zurück zum Kloster.

Besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich vom Reiz unserer schönen Landschaft und unseres Ortes.
 

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